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Toyota verschärft die Globalisierung 12.07.2010
 
Tokio (JAPANMARKT) – Toyota will mehr Autos lokal entwickeln, einkaufen und produzieren. Die japanischen Toyota-Fabriken spucken 2010 zwar noch mehr als zwei Fünftel der Weltproduktion aus. Aber nach einem Bericht der Zeitung Mainichi soll die japanische Produktionskapazität bis 2015 um ein Fünftel schrumpfen. Stattdessen werden die Autos direkt in den Absatzmärkten hergestellt.

Vorzeigestück der neuen Strategie ist das Modell “Eteos”, das nur für die Bedürfnisse und den Geschmack der indischen Mittelschicht entwickelt wurde und in einer indischen Fabrik produziert wird. In China baut Toyota ein eigenes Entwicklungszentrum auf und errichtet in Changchun eine neue Fabrik.

Japan bleibt mit einem Anteil von 43 Prozent zwar 2010 das Rückgrat der Konzernproduktion, aber dort erwartet Toyota einen Absatzknick um knapp 9 Prozent auf 1,9 Millionen Stück. Die Produktion in der Heimat soll gestrafft und flexibilisiert werden.

Der wirtschaftliche Erfolg wird weiter stark von Nordamerika abhängen. 2010 will Toyota dort 2,13 Millionen Autos verkaufen, was ein Anstieg um 1,5 Prozent zum Vorjahr wäre. Falls die Rückrufe schnell vergessen werden, besteht hier die größte Chance auf einen Gewinnsprung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem Bilanzstichtag 31. März ist der weltgrößte Autobauer überraschend weit in die Gewinnzone zurückfahren. Nach einem Nettoverlust von 437 Milliarden Yen im Vorjahr blieben 2009/10 unterm Strich 209,4 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) stehen.

Im Vergleich dazu fiel die Prognose für 2010/11 konservativ aus. “Wir sind immer noch mitten im Sturm, aber ich kann am Horizont den klaren Himmel sehen”, betonte Firmenchef Akio Toyoda in Tokio.

Immerhin soll der Nettogewinn 2010/11 um 48 Prozent auf 310 Milliarden Yen (2,6 Milliarden Euro) steigen. Beim Umsatz erwartet Toyota nur ein Plus von 1,3 Prozent auf 19,2 Billionen Yen (164 Milliarden Euro). Auch der Absatz soll nur leicht um 53 000 Stück auf 7,29 Millionen Einheiten zunehmen.

Die vorhergesagte Gewinnsteigerung geht fast allein auf das Konto geringerer Ausgaben. Nach Einsparungen von insgesamt 1,69 Billionen Yen im Vorjahr sollen die Kosten 2010 um weitere 290 Milliarden Yen sinken.

Bislang musste die Toyota-Gruppe (mit Hino und Daihatsu) über 8 Millionen Fahrzeuge jährlich absetzen, um die Gewinnzone zu erreichen. Jetzt gelingt dies bereits bei 7 Millionen. Toyota arbeite nun bei einer Fabrikauslastung von 70 Prozent profitabel.

(Quelle: JapanMarkt, 12. Mai 2010)
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